Die komponentenbezogenen Risiken, mit denen SMT-Montagewerke konfrontiert sind, und wie eine frühzeitige Stücklistensichtung (BOM-Review) sowie eine stabile Beschaffung die Zuverlässigkeit der Großserienfertigung verbessern können.
I. Hintergrund: Tatsächliche Herausforderungen, mit denen SMT-Montagewerke während der Serienfertigung konfrontiert sind
In der elektronischen Fertigungskette spielen SMT-Montagewerke (EMS-Anbieter) eine entscheidende Rolle beim Übergang von Prototypen zur Serienfertigung. Eine einzelne SMT-Linie unterstützt häufig mehrere Kundenprojekte aus den Bereichen Industriesteuerung, Kommunikationsausrüstung und Unterhaltungselektronik.
Neben Platzierungsgenauigkeit und Ausbeute müssen SMT-Werke häufige Linienwechsel, Änderungen an der Stückliste (BOM), verkürzte Lieferfristen und eine instabile Komponentenversorgung bewältigen.
II. Praxiserscheinungen: Die Montage sieht in Ordnung aus – Fehler treten erst nach der Auslieferung auf
Während der SMT-Montage und der Endkontrolle erscheinen die Produkte normalerweise einwandfrei: Die Lötstellen sind in Ordnung, die AOI-Prüfung wird bestanden und auch die ICT- oder Funktionsprüfung verläuft erfolgreich.
Nach der Bereitstellung an Kundenseiten treten jedoch Probleme auf, beispielsweise instabiler Einschaltvorgang, intermittierende Modulausfälle oder steigende Ausfallraten nach langfristigem Betrieb.
III. Erste Fehleinschätzung: Probleme werden häufig dem Montageprozess zugeschrieben
Wenn Ausfälle bis zum SMT-Werk zurückverfolgt werden, richtet sich die Aufmerksamkeit üblicherweise auf die Lötprofile, die Qualität des Pastendrucks oder die Genauigkeit der Bauteilplatzierung.
Daher werden Prozessanpassungen oder Nacharbeiten durchgeführt; eine anschließende Projektauswertung zeigt jedoch häufig, dass die Montagequalität nicht die eigentliche Ursache war.
IV. Ursächliche Probleme: Komponentenauswahl und Instabilität der Lieferkette
Weitere Untersuchungen zeigen, dass die eigentlichen Probleme häufig auf Komponentenebene entstehen – etwa durch Parameterabweichungen zwischen Chargen, nicht verifizierte Ersatzkomponenten oder Komponenten, die aus gemischten Beschaffungskanälen stammen.
Diese Risiken bleiben während der SMT-Montage unsichtbar, verstärken sich jedoch im realen Betrieb.
V. Praktische Lösungen: Wie SMT-Werke komponentenbedingte Risiken reduzieren
Bei ausgereiften SMT-/EMS-Projekten werden Risiken durch frühzeitige Stücklistensichtungen (BOM-Reviews), einheitliche Beschaffungsstrategien und eine enge Zusammenarbeit mit zuverlässigen Komponentenhändlern reduziert, um die Chargenkonstanz und langfristige Verfügbarkeit sicherzustellen.
VI. Ergebnisse: Vom reaktiven Nacharbeiten zur proaktiven Risikosteuerung
Durch eine verbesserte Komponentensteuerung erzielen SMT-Fabriken typischerweise niedrigere Nacharbeitquoten, weniger Kundenbeschwerden und eine zuverlässigere Lieferleistung.
VII. Vorkehrungen für SMT-Montagewerke
In der heutigen Fertigungsumgebung sind SMT-Fabriken nicht mehr nur Montagedienstleister, sondern entscheidende Partner für den Projekterfolg. Die frühzeitige Identifizierung von Komponentenrisiken und eine stabile Beschaffung wirken sich unmittelbar auf langfristige Kundenbeziehungen aus.